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Skat-Rätsel #34, Kategorie:schwer

veröffentlicht am 04.02.2021 um 14:04

Kuriosität vorm Jahreswechsel


Eine Partie, die in den allerletzten Tagen des alten Jahres im Internet gespielt wurde, hatte einen so spektakulären Verlauf, dass sie sich als kleine Aufgabe für unsere lose Rätselsammlung in diesem Fall in Bezug auf Spielverlaufsphantasie quasi aufdrängt.

 

In Hinterhand bekam der Spieler einen vielversprechenden Ansatz und erhielt bereits bei einem Reizwert von 20 das Spiel. Sein Blatt sah wie folgt aus:

 

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Von den beiden Karten im Skat sei nun nur der Kreuz Bube verraten, was dazu führte, dass unbesorgt einen Grand angesagt werden konnte.

 

Die Gegenpartei eroberte die ersten drei Stiche, wonach der Alleinspieler seine Restkarten offen zeigen konnte, da die Gegenpartei zwar noch sicher mindestens einen weiteren Stich gemacht hätte, dieser aber am zu notierenden Resultat keine Änderung mehr herbeigeführt hätte (bedeutet: der zusätzliche Stich hätte die Gegenpartei, falls sie noch Schneider war, nicht aus diesem herausgeführt, bzw., falls schneiderfrei bereits erreicht wurde, hätte der Zusatzstich nicht ausgereicht, um den Sieg in Gefahr zu bringen). Somit gaben beide Gegenspieler auf, und das Spiel wurde mit den bereits eingebrachten Augen für die Gegenpartei beendet.

 

Und hier nun die Quizfrage:

 

Mit wie vielen Augen gewann der Alleinspieler seinen Grand?

 

Natürlich sind Spielverläufe konstruierbar, die eine sehr hohe bzw. sehr niedrige Augenzahl für die Gegner ergeben. Es sei hiermit verraten, dass die Augenzahl, die die Gegenpartei erzielt hat, eine sehr niedrige war.

 

Nach Darstellung der Originalverteilung am Ende der Lösung darf jeder Löser für sich entscheiden, ob die beiden Spieler der Gegenpartei katastrophal schlechte Züge gewählt haben, oder ob der Spielverlauf bei der vorliegenden Verteilung durchaus nicht völlig absurd ist. Auf jeden Fall ergab sich durch den tatsächlich stattgefunden habenden Spielverlauf eine schöne Frage, die auch in Zukunft bei Skatstammtischerzählungen manches Mal für Erstaunen sorgen dürfte. Viel Spaß bei diesem ersten neuen Rätsel des neuen Jahres.

 

Lösung Skat Rätsel: Schwer

 

Tatsächlich gewann der Alleinspieler, obwohl er die ersten drei Stiche abgab, nachdem die Gegner erkannt haben, dass sie nicht mehr aus dem Schneider kommen konnten, und entsprechend nach dem Aufdecken der Karten des Alleinspielers aufgaben, mit

 

120 Augen

 

Doch wie war der dazugehörige Spielverlauf?

 

Natürlich musste als noch unbekannte Karte eine dritte Lusche für den Alleinspieler im Skat liegen, damit dieses überhaupt möglich sein konnte. Es lag die Karo 7 zum Kreuz Buben, weswegen sich, in Hoffnung auf einen sicheren Sieg, aber nur eine kleine Schneiderchance, anbot, die 14 Augen in Pik zu drücken, was der Alleinspieler entsprechend auch tat.

 

Hier die Originalkarte von Vorhand; die Mittelhandkarte (immerhin 6 Trumpf in Kreuz, aber mit vier Luschen daneben und mit fehlender Kreuz 7 für eine denkbare Nulloption nur zu einer 18 bereit) darf jeder Löser eigenständig ergänzen:

 

Kreuz: Dame Pik: Ass – Dame – 9 – 8 Herz: König – Dame Karo: 10 – Dame – 9

 

Spielverlauf:

 

1. Karo 9 Karo 8 Karo 7 2. Pik 8 Pik 7 Kreuz 7 3. Pik 9 Herz 9 Herz 8

 

Nun zeigte der Alleinspieler seine Karten. Die Gegenpartei hätte noch einen Stich mit maximal 25 Augen gemacht (nach Einschub in Herz und Beseitigung des Pik Bauern später dann Karo König – Karo 10 – Kreuz Ass). Wahleise weniger Augen gibt es mit Karonachspiel in Stich 4 und Abstich von Mittelhand.

 

Meiner Einschätzung nach sind keine sehr groben Fehler (sicherlich zu wenig Augen in Stich 3) gespielt worden. Speziell in Mittelhand war der Handlungsspielraum ja sehr eingeschränkt. Und da es ja nicht darum ging, einige wenige Augen zu holen, war es nun sehr erfreulich für die Story, dass neben den drei Luschen des Alleinspielers auch die ebenfalls nur vorhanden drei Luschen von Vorhand in eben diesen drei Stichen landeten und beide Gegner die Aussichtslosigkeit erkannten und dann das Spiel nicht mehr zur Vernichtung der 120 fortsetzten.

 

Verbleibt für mich die Frage: Wie viele der Mitrater haben das mathematisch mögliche Minimum von 0 Augen (aufgrund der dritten dann ungedrückten Lusche als unbekannte Karte im Skat) für die Gegenpartei erkannt und es für realistisch erachtet, dass ein Spielverlauf stattfinden konnte, der dieses Ergebnis zu Tage fördert.


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