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Skat-Rätsel 19 leicht

Glück im Skat Masters Finale - Ungenauigkeit wurde nicht bestraft

 

Bis vor Spiel 35 der 36er-Liste des diesjährigen Finales in Berlin führte Holger die Tabelle vor Arno und Detlef an. Sein Vorsprung betrug 95 Punkte und Arno überflügelte ihn mit einem Grand (Spielwert 48 plus 50 Punkte für das gewonnene Spiel) in eben diesem 35. Spiel wie folgt:

 

 

Er findet bei „weg“ „weg“: 

 

Er drückt zu seiner Grand-Ansage: 

 

Hier nun der komplette Spielverlauf der 30 zu spielenden Karten mit mitgezählten Augen (+ für den Alleinspieler Arno; - für die Gegenpartei):

 

Skat: +14 Augen

 

1) VH: Kreuz Bube MH: Pik Bube HH: Karo Bube Augen: +20

 

2) VH: Herz Ass MH: Herz Dame HH: Herz 7       Augen: +34

 

3) VH: Herz 10 MH: Herz Bube HH: Herz 9         Augen: -12

 

4) MH: Pik 8 HH: Pik 9 VH: Pik Ass                     Augen: +45

 

5) VH: Herz König MH: Karo 7 HH: Karo 8          Augen: 49

 

6) VH: Karo König MH: Karo Dame HH: Karo Ass Augen: -30

 

7) HH: Pik Dame VH: Karo 9 MH: Pik 10             Augen: -43

 

8) MH: Pik 7 HH: Pik König VH: Kreuz 8              Augen: -47

 

9) HH: Kreuz 9 HH: Pik König MH: Kreuz Dame   Augen: +63

 

10) VH: Herz 8 MH: Kreuz 10 HH: Kreuz 7          Augen: +73

 

Bei Betrachten der gesamten Kartenverteilung stellt man fest, dass alles „rund“ für Arno steht, er also auch bei vielerlei anderen Spielverläufen zwangsläufig als sicherer Sieger aus der Partie hervorgegangen wäre. Sich auf hoffentlich gute Verteilung verlassen zu müssen, kann natürlich auch mal ins Auge gehen. Sobald es eine Spielsituation gibt, in der die Partie gegen jede beliebig schlechte, unbekannte Verteilung der Restkarten gewonnen ist, sollte man zwingend diesen theoretischen Pfad einschlagen, um nicht später böse überrascht zu werden.

 

Nach der wievielten Karte der Partie war das Spiel für Arno (von ihm unbemerkt) unverlierbar?

 

 

Lösung Skat Rätsel: Leicht

 

Da hat Arno aber Glück gehabt, dass die restlichen Karten, als er im sechsten Stich mit Karo vom Spiel geht, so günstig für ihn verteilt sind (tatsächlich komplett symmetrisch, was bedeutet, dass die beiden Gegenspieler in jeder Farbe die jeweils identische Anzahl an Restkarten haben). Außer Herz war noch keine Farbe geklärt. Hätte z. B. der Gegenspieler mit Karo Ass nun noch die restlichen vier Pik-Karten gehabt, hätte Arno keinen einzigen Stich mehr bekommen.

 

 

Wenn es einen Zeitpunkt im Spiel gegeben haben sollte, wo die Partie (objektiv und gegen jegliche Restverteilung) gewonnen war, hätte er im Anschluss im Falle einer Niederlage mit nur sehr wenig Mitleid rechnen dürfen, selbst wenn Argumente wie „mit fünf Piken, zusätzlich einem Buben und einem Ass wäre es sicherlich im Kampf um den Tischsieg zu einer Reizung gekommen“ durchaus schlüssig wären. Und auch eine Restverteilung der Pik-Karten im Verhältnis 3 zu 1, wobei dann die Kreuz-Augen ebenso zu retten gewesen wären, hätte ihn mit 60 Augen zu Fall gebracht. Arnos Gedankengang wird gewesen sein, mit Kreuz Ass und 8 mindestens die Dame rausschneiden zu können/müssen, um dann die 60 sicher zu überqueren.

 

 

Nun aber zur Frage, die ja bereits vorwegnimmt, dass es einen früheren Siegzeitpunkt gab als die 25. Karte, mit der er wieder ans Spiel kam, um dann mit 73 Augen zu gewinnen. Nach der wievielten Karte der Partie war das Spiel für Arno (von ihm unbemerkt) unverlierbar?

 

 

Bereits mit der 8. Karte im Spiel, dem Einstich mit Herz Buben in die vom Alleinspieler aufgespielte Herz 10, war das Spiel unverlierbar. HH muss die letzte Herz Lusche bedienen, die Gegenpartei hat lediglich 12 Augen, und macht noch höchstens 3 Stiche. Selbst, wenn er in Mittelhand geraten wäre, und die Karos extrem, also 4 zu 0 gestanden hätten, hätte es, da der Alleinspieler die zweithöchste im Spiel verbliebene Karo-Karte hat, keine 4 Karo-Stiche geben können. Nach dem für Arno eigentlich ungünstigsten Einspiel in das blanke Ass und ohne Augen der Gegenpartei, kann/muss er nur seine Stehkarten herunterspielen und gewinnt das Spiel sicher mit 63 Augen. Wahlweise kann man zählen, dass den Gegner die Luschen ausgehen, und die vermeintliche 60er-Gefahr (eigene Augen 45 plus 11 plus 4) nicht besteht (noch drei Stiche mit Herz König und 8 sowie Kreuz Ass bei nur noch 5 Luschen in den Händen der Gegenpartei: Kreuz 7 und 9, Pik 7, Karo 7 und 8), oder die Restaugenbetrachtung machen (für die letzten drei Stiche der Partie verbleiben den Gegnern als sechs höchste Zählkarten ein Ass, zwei Zehner, ein König und zwei Damen, was zusammen mit dem vom Alleinspieler noch abzugebenden Karo König und den bereits erzielen 12 Augen im dritten Stich nicht mehr als 57 ergibt.

 

 

Der Grand war also frühzeitig, durch den glücklichen Blanksitz der Herz Dame und den Abstich von Detlef, unverlierbar. Den gewinnsichernden Spielüberblick hatte Arno nicht, was aber seiner guten Gesamtperformance am Skat Masters Finalwochenende keinen Abbruch tut. Herzlichen Glückwunsch, Arno, zu gewonnenen 25000 Euro von Deinem Idol seit dem WM-Finale 2006 ;-))

 

 

 

 

 

 


30.01.2017 Leicht, Skat-Rätsel